Mittwoch, 23. September 2015

The Magic of Makeup: Minimal-Ausstattung

The life... on my face


Die Zauberkraft von Schminke..
liegt für jeden in etwas anderem.

Ich mache oft nur schnell was mit meinen Augen. Und das reicht im Alltag, wo keine hochauflösenden Fotos meine Haut von ganz nahem abbilden. Ich habe meine langen Wimpern und dunklen Brauen und langen Haare (und mein hübsches Gesicht, sagt Mama ♥)...
Für jemand anderen läge der Zauber in Akne-Abdeckung, im Einfärben von blassen Brauen oder Lippen, im Sichtbarmachen von blonden Wimpern...



Schminke verändert. Im besten Falle verzaubert und verschönert sie;  in manchem maskiert sie die eigene Person bis zur Unkenntlichkeit. Und genau daher kommen wohl auch viele negative Assoziationen, die mit 'dicker Schminke' verbunden werden. Nicht umsonst gibt es Redewendungen, in denen Begriffe wie "ungeschminkt" gleichbedeutend sind mit  "ungelogen". Nur wer nicht geschminkt ist, ist also ehrlich, ohne jede Beschönigung?

un­ge­schminkt

  1. nicht geschminkt
  2. unverblümt, ohne Beschönigung
Synonyme 

"Schminken" hingegen kann synonym für Veränderung, Umgestaltung oder sogar Maskierung stehen.. doch ist geschminkt = gekünstelt, gestellt und unnatürlich? 
Darüber sind die Meinungen augenscheinlich geteilt! Auch inwieweit die Beschönigung noch als harmonisch zum Wesen im Ausgangzustand angesehen oder bereits als verlogen verurteilt wird, hat viel mehr mit dem Geschmack des Betrachters als mit irgendetwas anderem zu tun...





Genau so etwas habe ich nämlich beim sehr bekannten Video von Nikkie beobachtet: als die Reaktionen zu ihrem Umwandlungsprozess im Kommentarfeld aufploppten, las ich viele ablehnende Aussagen und ganz besonders - grob zusammengefasst - eine Bemerkung immer wieder:  
"Nikkie, wir bewundern deine Schmink-Künste, aber Du bist doch schon von Dir aus hübsch! Wir würden so gern mal ein ganz leichtes Makeup sehen, was mehr von Dir durchscheinen läßt..."

Ich muss zugeben: so ähnlich hatte ich ketzerischerweise auch gedacht - bei jedem ihrer tausend Arbeitsschritte keimte in mir die Frage "wie wäre das wohl mit von allem etwa... so um 100 Gramm weniger?" Mich juckte es in den Fingern, genau das auszuprobieren!

Und so entstanden diese Fotos - sie waren meine Antwort auf die Masse an Schminke, die ich gesehen hatte, quasi genau das andere Extrem... hellhäutige Blondine, mit so wenig Spachtelmasse drauf wie möglich... (Ich muss vorneweg gestehen: das Ergebnis meines Experiments war ziemlich überraschend!)



The Power of.... Minimal Makeup




Augen


Ich hatte mich genau an die Vorgaben gehalten, die ich auch in den Vorschlägen unter dem Video gefunden hatte: 
  • Abdecken dunklerer Augenlider
  • helle Schimmercreme im inneren Augenwinkel
  • Aufhellen der Haut unter dem Brauenbogen
  • schwarze Mascara auf den oberen Wimpern


Haut



Für meinen Teint habe ich nur lichtreflektierenden Concealer benutzt; darüber war ich selbst überrascht, als ich nun die Fotos sortiert hatte! Flächendeckend aufgetragen erreicht so ein Produkt aber fast die Qualität (in punkto Deckkraft) einer leichten Foundation. 

Darüber habe ich wenig von meinem liebsten, pinken Cremerouge auf die Wangen getupft: das wirkt am hautähnlichsten und macht mich einfach nur frisch :)

Hautnah...

Wichtiger ist es aber (meiner Blog-Erfahrung nach) sich von Fotos und Videos nicht täuschen zu lassen: NICHTS sieht in echt genauso aus, wie 1x durch den Kamerawolf gedreht :) 

Der Beweis? Von hautnah betrachtet wirkt alles gleich viel weniger makellos als auf den Porträtaufnahmen.
Ich habe rasch bemerkt, daß wenn das Licht stimmt, schon mal ~ die Hälfte aller unschönen Wahrheiten schmeichelhaft reflektiert wird: der Rest verpufft dann durch Photoshop (dicke Pickel!) und die allerletzten Minifitzel an ungleichmäßiger Haut verschwinden im Nirvana des digitalen Umrechnungsprozesses... Augen sehen immer mehr als jede Kamera dieser Erde! XD

...und auf bewegten Bildern wirkt alles sogar nochmal toller als auf Fotos! YouTube-Videos sind für mich deswegen auch mehr grobe Anhaltspunkte denn Tatsachenberichte *hö*



Auf den Mund habe ich nur rosa getönte Lippenpflege aufgetragen: und war fertig! Das ging alles in allem ziemlich schnell... und sah am Ende so aus.



Alle verwendeten Produkte:



Lieblings-Cremerouge mit Fuseln drin ^.^



Das Internet mag es dunkel


Hübsch, aber... das kann man doch nicht verkaufen! Mein für mich absolut erstrebenswerter Look ist für den Betrachter mal wieder 'Gääääähn!' bis unsichtbar! *arghhhhh*.

Und DAS wird auch mit ein Grund dafür sein, warum Nikkie sich - im landläufigen Sinne - dicker schminkt! Ich glaube, wäre ich YouTuber, ich würde letzten Endes auch so vorgehen, denn... alles andere SIEHT man ja nicht! Mein Versuch mit einem Look, der in echt hübsch und wunderschön natürlich war, hat mir mal wieder bewiesen: alles, was weniger als Smokey-Eyes, kräftig angemalte Lippen und viel Spachtelmasse auf dem Gesicht ist, geht auf digitalen Zelluloid komplett unter -.-
...daher kommt vielleicht auf der Trend zu 'dunkel-dunkel' bei Blogmädels, die gemeinhin stärker grundierten/konturierten/gehighlighteten Gesichter auf YouTube und allgemein die Faszination für intensivere Farben auf Fotos des Beauty-World-Wide-Web.
  
Ich war noch niemals voll gegen die ästhetischen Visionen irgendeines anderen Mädchens gewesen, auch wenn ich sie nicht geteilt habe: aber nach meinem kleinen Selbstversuch konnte ich Nikkie plötzlich (vielleicht?) verstehen.. sie hätte auf YouTube wahrscheinlich keinen Job mehr, wenn sie sich immer nach dem Leitsatz: "Ich schminke mich für die Kamera so wie in echt und nicht stärker...." richten würde. Schließlich wird einem im Fernsehen bestimmt auch anderes Makeup raufgeknallt als bei Douglas und schließlich gibt es ja auch Begriffe wie 'Theater-Schminke' - und das nicht umsonst!

Wer die Königin des Full-Face-Makeups aber auf Teufel komm raus unbedingt mal mit einem sehr reduzierten Look sehen will, nun.. dem Wunsch all dieser Zuschauer ist sie schon vor längerer Zeit nachgekommen ;)








Wir sind alle anders - schön


Ich trage sehr selten ein Komplett-Makeup mit hoher Deckkraft und habe auch persönlich keine Freundin, die es tut. So richtig krass das Schminkgewehr auspacken tun wohl die Wenigsten: alle, die ich kenne, kaschieren und maskieren punktuell, was ihnen nicht so gefällt und wünschen sich sonst ein Höchstmaß an natürlich-wirkender Schönheit :)

Diese Art zu schminken entsteht aber logischerweise aus meinen anatomischen Vorraussetzungen, sprich: ich mache das nur so, weil ich es kann! Wenn Mutter Natur es mit meiner Haut weniger gut gemeint hätte, wäre ich natürlich nicht in der Lage, solch einen Look zu präsentieren. Mir ist sehr bewußt, daß ein anderer, heller Typ mit wenig Brauenhärchen z.B. mit meiner Augenbrauenpolitik gar nicht glücklich werden und mehr Zeit als ich darauf verwenden würde, diesen Teil seines Gesichts aufzuhübschen, weil er nicht als Nacktmull rausgehen will.. ^.^


Jeder macht das, was für ihn am Wichtigsten ist. Und in manchem Fall ist genau das von mir gemiedene Full Face Makeup das Minimalprogramm!





Die Zauberkraft von Schminke

Ja, maskierende Schichten an Schminke können nicht nur der Veränderung einer Person dienen, sondern erst ihrer Erschaffung - dem Antlitz, was man vielleicht gern im Spiegel sehen möchte. Was einen glücklich macht und dafür sorgt, sich wohler in der eigenen Haut zu fühlen. Wenn die Zauberkraft von Schminke für jemanden dazu führt, mehr er selbst zu werden, ist die Diskussion über 'ist das noch natürlich oder schon zu viel?' für mich absolut müßig! 

Egal, ob die ursprüngliche Person unter der 'Maske' noch zu erkennen ist oder erst durch das Makeup geschaffen wird - beides hat seine Berechtigung, und in beidem liegt für mich Schönheit. So entsteht auch die Vielfältigkeit an Looks, Videos, Schmink-Blogs usw., da jeder das macht, was für ihn nun mal am Wichtigsten ist.

***

Und genau dafür möchte meine neu erdachte Themen-Reihe da sein: the magic of makeup - die Zauberkraft von Schminke. Ich werde einzelne Tipps und Tricks anbieten, um die eigene Schönheit zu unterstreichen, gemäß dem Motto: Was ist das größte Problem, das du kaschieren möchtest? Und was ist dein größter Vorzug, den du hervorheben kannst?

Ich möchte niemanden unter Makeup begraben, verstecken oder verschwinden lassen; ich möchte ganz im Gegenteil einfache Veränderungsmöglichkeiten zeigen, mit denen jeder mehr herauskommen und strahlen kann! Außerdem fände ich es sinnlos, jemandem einen Stil aufzuzwingen, der nicht zu ihm passt: deswegen werde ich keine Komplettlösungen zeigen, sondern versuchen, kleine Tricks für jede Gesichtspartie, die einzeln und jeder für sich wirken, zu finden.. und die dann eine jede für sich selbst zusammenstellen kann.

Die 'magischen' Kniffe, die bereits viel ausmachen, liegen nämlich meist in 1 oder 2 Schritten - und genau diese sind auch oft nur nötig, nicht mehr.  
"Du bist schön. Lass Dir von niemandem einreden, daß es nicht so wäre.. nicht mal Dir selbst."


Ob nun komplette Gestaltung einer neuen Person oder zarte Betonung der bereits vorhandenen Vorzüge:


Makeup
can be magic!




Kommentare:

  1. Schöner Beitrag, und ich freue mich schon auf die neue Reihe. :D Ich selber habe erst Ende 2013 wieder angefangen mich zu schminken (bzw. überhaupt mal, das eine Lidschatten-Duo mit Schwammaplikator und die—natürlich!— blaue Mascara in den frühen 90ern kann ich jetzt nicht wirklich guten Gewissens zählen). Ich hatte lange mit Akne zu kämpfen, und hatte damals irgendwie den Irrglauben verinnerlicht, dass schminken schlecht ist für die Haut, die Poren verstopft, und überhaupt, natürlich ist am schönsten.
    Wie ich dann doch zum schminken gekommen bin, ist eine längere Geschichte, aber ich weiß noch wie unglaublich baff ich war, als ich das erste Mal vor dem Spiegel stand, und getöntes Puder probiert habe. Der furchtbare Hautglanz, die fiesen roten Flecken und Narben, alles weg. Wie Photoshop in echt! Ehrlich, ich habe vor Freude gequietscht, und konnte mich gar nicht dran satt sehen. Damit war ich angefixt, habe in Rekordzeit alles nachgeholt, meine Schminksammlung ist in 1½ Jahren von 0 auf 6 ALEX-Schubladen eskaliert, und ICH BEREUE NIX. Kein Bischen. Im Gegenteil, all die tollen Komplimente, die ich auf einmal bekam ("Sie sehen um Jahre jünger aus!!"), waren so das Balsam für die Seele in einer ansonsten unglaublich besch . . . eidenen Zeit.

    Oh ja, zum Thema "schminken ist schlecht für die Haut"—meine Haut ist, seit ich schminke, so gut wie lange nicht mehr. Beautyblogs haben so den Nebeneffekt, dass man auch einiges über Hautpflege lernt . . .

    LG, Sandra

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    1. Yeah, ich hoffe, ich kann die Erwartungen erfüllen! *.*

      "meine Schminksammlung ist in 1½ Jahren von 0 auf 6 ALEX-Schubladen eskaliert, und ICH BEREUE NIX." Haha, das ist eine schöne Aussage! Sehr gut!! Das Aussehen und Komplimente dafür können sich eben echt auch auf die Seele auswirken und zwar positiv, genau wie du sagst. Etwas, was von der Oberfläche nach innen wirkt, sozusagen. Deswegen möchte ich auch meine kleine Reihe mit speziellen Tipps zu 'correctional makeup' unbedingt machen (selbst wenn es sowas schon gibt).

      Und zum Hautzustand könnte ich genau das Gleiche sagen wie du.. that's something that beautyblogging did for me :-D

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  2. toller post und schöne abschließende message! ich fühle mich in der regel ja schon etwas stärker (farbintensiver) geschminkt als du auf fotos und find make up einfach eine wunderbare möglichkeit, mit den eigenen facettenund stimmungen zu spielen. klar, es geht auch immer um optimierung - das will ich gar nicht leugnen. die diskussion um natürlichkeit finde ich relativ müßig: kleidung ist nicht 'natürlich' in dem sinne, eben so wenig wie das leben in festen häusern, medizinische versorgung usw. menschen sind keine durch und durch natürlichen wesen und das ist auch gut so. wirklich, ich versteh dieses natürliche frau = bessere frau nicht. zumal sie ja augenscheinlich auch nur besser ist, wenn sie ungeschminkt so aussieht wie retouchierte supermodels in magazinen. totaler irrsinn eigentlich.

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    1. Dankeschön, dann hat sich das Ordnen des wirren Brainstormings zu dem Thema ja gelohnt (war zwischendurch etwas verzweifelt bei dem ausufernden Beitrag) :-))

      "mit den eigenen facetten und stimmungen zu spielen", das kann ich auch unterschreiben! Ich male mich immer nach meiner Laune an, nach der Person, die ich heute sein will, sozusagen :) Für mich ist das wie.. hmm, die Aquarellmalerei der anderen? Ich male auf Haut, die anderen auf Papier *hihi*

      Das selbst "Natürlichkeit" nicht so natürlich ist, damit hast du wirklich recht.. es geht wohl oft (besonders, wenn man sich nach den Meinungen der Männer richten würde) um die Verstärkung der vorhandenen Züge wie dunkle Wimpern, rote Lippen und Wangen, glänzendes Haar usw., weil das Jungend und Gesundheit verheißen soll. Ich hatte noch keinen Freund, der mehr als eben die aufgemalte Jugend&Gesundheit wollte, womit bewiesen wäre, daß Männer noch im Neandertal leben :-D

      "natürliche frau = bessere frau...zumal sie ja nur besser ist, wenn sie ungeschminkt so aussieht wie retouchierte supermodels in magazinen." Hahahaaa, oh ja, da hast du recht! *lol* Besonders was den Teint angeht, ist das der totale Irrsinn. NIEMAND hat so eine Haut! Alle müßen damit aufhören, dieses unrealistische Götzenbild anzubeten...

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  3. Sehr schöner Post!
    Ich bin leider völlig unfähig AMUs für den Blog zu schminken (nagut, das geht), aber sie auch gescheit zu fotografieren...
    Die Videos geben meinem Lieblingsspruch bevor wir weggehen "ich muss mir noch kurz ein Gesicht aufmalen" eine neue Bedeutung ;)

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    1. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaach, das schaffst du!! Ich geh immer ganz nah ran mit dem Sucher und steh direkt am Fenster. Tageslicht bringt's! Und Makromodus :)

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ACHTUNG: Blogger schluckt gern mal Kommentare, deswegen möchte ich euch bitten, nach dem Schreiben einmal alles zu markieren + (in euren Zwischenspeicher) zu kopieren, bevor ihr auf Absenden klickt: nur zur Sicherheit, damit euer mühevoll getippter Kommentar nicht am Ende weg ist 💗 😊 zur Kommentarpolitik :)

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