Freitag, 19. Februar 2016

Gut gepflegtes Rapunzelhaar in 5 Schritten: Teil 4

The life...in my hair


Heute wird's dann wirklich schmierig ^.^ Wer das Gefühl von öligen Händen nicht abkann, sollte diesmal lieber etwas Sicherheitsabstand einnehmen :)


Natürliche Öle zur Haarpflege


Die ersten drei Tipps für seidig-weiches Haar dürften bereits einen deutlichen Weichspül-Effekt auf alle Haarytpen von fein bis normal ausgeübt haben - wenn sie denn brav befolgt wurden :-D
Die letzten beiden Tipps allerdings richten sich direkt an die ganz trockenen & struppige 'Felle' : heute heißt es "Darf es noch etwas mehr (Pflege) sein?"


***

Für die Haarpflege stehen zwei Öl-Gruppen zur Auswahl, die unterschiedliche Zwecke erfüllen und sich auch vom optischen Ergebnis stark unterscheiden: natürliche Öl(mischungen) vs. Silikonöle (mit natürlichen Ölen gemischt).
Während ich letztere als Weichmacher, Glanzgeber und zur Verminderung von mechanischen Schäden (durch Bürsten und Aneinanderreiben der Haare) benutze, kommen natürliche Öle bei mir nur kurzzeitig zum Einsatz - VOR der Haarwäsche. Da sie die Längen viel stärker beschweren und immer schmierig aussehen lassen, belasse ich sie niemals im Haar, sondern wasche sie stets nach einer gewissen Einwirkzeit wieder aus. Warum das trotzdem Sinn macht, erklärt mal wieder skinci:
"Stichwort(...): Haarschwellung.
Gesundes Haar ist von sich aus hydrophob [wasserabweisend] und nimmt nur eine geringere Menge Wasser auf. Je geschädigter die äußere Schicht der Haare ist, umso mehr Wasser gelangt in das Innere der Haare (..) Während die äußere Schicht des Haares sich nicht nach außen weiten lässt, saugt sich das Haarinnere mit Wasser voll und schwillt an. Die Folge daraus sind abstehende Schuppen, welche in diesem Zustand wesentlich leichter brechen." www.skinci.de

Um diese Schwellung der Haare zu minimieren, kann man Öle vor der Haarwäsche auftragen: sie fungieren als Schutz vor dem Wasser, indem sie einen Film auf den Haaren bilden. So kann das das einzelne Haar sich jeweils schlechter vollsaugen, weil der direkte Wasserkontakt mit der Haaroberfläche vermindert ist.






Vorbehandlung mit Kokosöl


Reines Öl nutze ich ausschließlich als Prewash-Kur im trockenen Haar (ja, das heißt eigentlich Vorwäsche), so daß es danach ganz ausgespült wird: dafür massiere ich mir ordentlich Kokosöl VOR dem Waschen ins trockene Haar ein, ab Schulterhöhe bis in die Spitzen. Kokosöl schmilzt bei Körperkontakt, ist aber im Glas noch fest - die Entnahme ist also weniger schwierig als bei einem flüssigen Fett.

Das Öl lasse ich zwischen 20 Minuten und 12 Stunden (über Nacht oder tagsüber mit solch einer Frisur) einwirken; je nachdem, wann ich mir die Haare waschen möchte und wieviel Vorlaufzeit ich habe. Die behandelten Haarlängen wasche ich anschließend allein mit einer Haarkur oder reichhaltigen Spülung aus, die ich dafür nach Packungsanleitung einwirken lasse - der Punkt ist wichtig. Ich versuche gar nicht erst, daß Öl mit Shampoo auszuwaschen, da sich mit meiner Haarmaske alles vom Kokosöl rückstandslos entfernen läßt, was mir mit Shampoo früher nicht immer gelungen ist - ich habe keine Ahnung, warum! 

Mein erstes Kokosöl: Amanprana Extra virgin cocos oil (*)

Alle 2 Haarwäschen (ca. 1x in der Woche) baue ich die Öl-Kur nun in mein Pflegeprogramm ein. Meine Haare werden durch diese Behandlung weicher, besonders in den Spitzen: ich LIEBE diese Prozedur mittlerweile. Es geht relativ schnell, es riecht lecker und meine Haare scheinen wirklich weniger trocken zu sein.

 → sorgt für weniger struppiges Haar, besonders in den Spitzen


Ab und zu gebe ich mir aber auch etwas von solch einem Öl in die frischgewaschenen (leicht feuchten oder trockenen) Haare, ohne es anschließend auszuwaschen: dafür macht sich ein Öl, was bei Zimmertemperatur flüssig ist, aber besser, da ich so wirklich nur "einen WIIINZIGEN Schlock!" auf meine Handfläche tropfen kann - die Menge macht hier das Gift bzw. den fiesen Fettfilm ^.^

Den Tipp, dafür einfach Babyöl zu nehmen, habe ich von Julia aufgeschnappt: wenig in die untersten Spitzen einmassiert, saugt mein trockenes Haar das Öl (z.B. über Nacht) auch wirklich komplett auf, jedoch.. es ist Vorsicht geboten! Für alle mit seeehr dicker, trockener oder lockiger Mähne sind ein paar Tropfen natürliches Öl in den Spitzen eine Wohltat, für alle mit einem anderen Haartyp aber ist diese Methode nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt ;-)

Hipp Pflegeöl INCI: Helianthus Annuus Seed Oil, Prunus Amygdalus Dulcis Oil, Tocopherol, Parfum

Für welches Öl man sich entscheidet, ist natürlich Geschmackssache (im wahrsten Sinne des Wortes ^.^): ich nutze Kokosöl oder eben auch das Hipp-Produkt mit Sonnenblumenöl deswegen so gern, weil ihr Einziehverhalten ins Haar als gut beschrieben wird. Laut dieser Tabelle ziehen Kokosöl, Ucuuba butter und Olivenöl gut ein. Bei Sonnenblumenöl gibt es je nach Studie ein Ja oder ein Nein als Antwort auf diese Frage. Da heißt es dann wohl schlicht: ausprobieren, mit welchem Öl das eigene Haar gut kann!

Mein 4. Tipp für alle mit struppigen Längen und Spitzen lautet deswegen: 1x pro Woche mit Öl einbalsamieren, bitte


→ nützliches Hilfsmittel: Speiseöl & Haarkur :-D 






Auch wenn ich meine silikonigen Öle liebe, so mache ich mir doch gern zusätzlich noch die Mühe mit dem schmierigen, reinen Kokosöl - es lohnt sich definitiv: denn ein Öl, was nicht nur einen Film bildet, sondern auch einzieht, schützt das Haar nicht nur davor, sich mit viel Wasser vollzusaugen und so leichter Schaden zu nehmen, sondern auch vor zu aggressiver Reinigung:
"(...) Das Eindringen des Öls in die Haare macht die Proteine wasserbeständiger, wobei der oberflächliche Film des Kokosöls einen größeren Effekt auf die Minderung der Schwellung hat." www.skinci.de
Das könnte für all diejenigen interessant sein, die die Reinigungsleistung eines milden Shampoos als zu schwach empfinden, ihr - eventuell schon geschädigtes - Haar aber bei der Wäsche (mit stärker reinigenden Tensiden) doch schützen wollen. Ich kann nur empfehlen, sich den heute zitierten Artikel von skinci ganz durchzulesen und dann mal Aufbau des Haares, Keratin usw. zu googlen - ich fand es hochinteressant! ;-)

Kommentare:

  1. ich bekomm das kokosöl nicht rausgewaschen, auch nicht mit ner haarkur. das wurde mir beim ersten mal echt zum verhängnis. weil ich morgens spät dran war und zu wenig zeit hatte und dann nach drei mal waschen immer noch fettige haare hatte. an dem morgen bin ich dezent eskaliert und hab dann mit sowas wie einer hochsteckfrisur das haus verlassen.

    mit welcher kur genau spülst du das öl aus?

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    1. Ich mach das nur in die Längen, nicht auf den Kopf.. habe ich das erwähnt?? O.o
      Zur Zeit habe ich so eine von L'Oréal (weiße Packung, was mit ner roten Schrift drauf?), vorher hatte ich die Everrich-Kur von L'Oréal, dann diese Dove-Tube, die eine Zahnpasta-farbige 2-Phasen-Creme hat.. was ich sagen will: es geht bei mir immer raus, egal mit welcher Kur. Oh Mann, warum funktioniert das bloß bei mir? Und bei dir nicht???
      Das mit dem öligen Morgen hört sich echt übel an.. und die Hochsteckfrisur hat bestimmt gut gehalten. Und gut gerochen ^.^ '...nee, das ist nicht ungewachen, riech mal dran, los!' Sorry, trotzdem mein Beileid!!

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    2. Das kommt mir bekannt vor! Ich hab das mit dem Kokosöl einmal versucht und es ließ sich auch nicht wirklich rauswaschen (zum Glück wasch ich aber meist abends).
      ...der Geruch ist mit der Dauer leider alles andere als gut. Das wird mit dem fortschreiten der Verzweiflung eher ranzig. Zumindest bei mir. Ich glaub ich würd mittlerweile maximal den kleinsten Hauch davon in meine Haare geben.

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    3. Okay, langsam wird mir das unheimlich! Warum klappt das bei mir? Ich hatte das mit der Haarkur glaube ich mal bei einer NK-Bloggerin gelesen...hab jetzt bei Instagram eine Umfrage gestartet! Und morgen werde ich meine Methode an meinem Freund testen.. der hat ja definitiv anderes Haar als ich. Knallhart nachjefracht ^.^

      Das das Öl nach ner Weile im Haar muffig riecht kann ich mir gut vorstellen! Ich mag das Gefühl von den natürlichen Ölen in großer Menge ja auch nich im Haar....deswegen wasch ich es aus. Hmmmm...immer noch ominös. Komme mir vor wie Sherlock Sunnivah. Das wird aufgeklärt :)))

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    4. hm. ich hab sehr dickes, aber ganz glattes haar. und viel kürzer, dementsprechend ist nicht viel mit 'nur in die längen' geben. ich werd aber noch mal ne kleinere menge nur in die spitzen geben.

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    5. Das wäre auch meine letzte Idee gewesen: wenig in die Spitzen! Bitte berichte dann mal: auf Instagram gibt's schon viele Meinungen :)

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    6. Ich habe jetzt dank Instagram eine Meeenge Aussagen zu dem Thema bekommen; von skinci selbst kam diese Erklärung -
      ".. warum kann ich Dir leider nicht sagen. Könnte sowohl am Shampoo liegen, als auch daran, wie das jeweilige Haar auf die besonders hohe Konzentration mittellangkettiger Triglyzeride reagiert. Manchen beschehrt Kokosöl sogar raue, unflexiblere Haare. Ich kann nur raten verschiedenes auszuprobieren, wie z.B Shampoos mit unterschiedlichen Tensiden oder auch das Öl von anderen Fettphasen zu lösen, anstelle von Tensiden, wie es bei einem Conditioner oder einer Kur der Fall ist. Wenn alles nicht hilft, Öl wechseln. :)"

      Bei meinem Freund ist das Öl zwar erstmal gefühlt rausgegangen, er meinte aber, am nächsten Tag hätte er wie noch leicht feuchte Spitzen gehabt, was nicht geht; das muss also Ölrest gewesen sein! Er hat feineres Haar als ich.. diese Kokoskur ist also vielleicht echt nur was für die Ponys unter uns ^.^

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  2. Also bei mir klappt es auch. Ich mache es eigentlich genau wie Du: Etwas Kokosöl in die Längen, einwirken lassen, mit Spülung wieder auswaschen. Pflegt meine Haare super und sieht nach dem Waschen nicht stähnig aus.
    Viele Grüße, die Alex

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    1. Ich liebe es auch.. scheint aber echt Typsache zu sein! Wir haben dahingehend also Glück :)

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  3. Hallo,
    Also ich hab eine Frage. Wie ist das jetzt mit dem Kokosöl.. benutzt du es vor dem Haarewaschen? also gibst du es in die Längen ab Schulter.. und wäschst dann nur an der Kopfhaut mit Shampoo, und dann löst du den Rest des Kokosöls mit Conditioner? oder ist das Kokosöl eine eigene Prozedur, wo du nur den Teil der Haare mit Spülung auswäschst, ohne den Haaransatz zu waschen? ich frage so blöd weil mich halt interessiert ob nach der "Kokosöl-Maske" noch Shampoo die Längen berührt (selbst wenn es nur der Schaum beim Auswaschen ist) oder nicht. Oder beides? also vor dem haarewaschen und als extra dann auch als kur ohne ganzes Haarewaschen?

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    1. Eine absolut berechtigte Nachfrage, denn dadurch fällt mir auf, daß ich das gar nicht genau beschrieben habe!
      Also, so mach ich das:
      1. ich massiere mir ordentlich Kokosöl VOR dem Waschen ins trockene Haar ein, ab Schulterhöhe bis in die Spitzen.
      2. Das Öl lasse ich zwischen 20 Minuten und 12 Stunden (über Nacht oder tagsüber mit solch einer Frisur) einwirken
      3. dann wasche ich mir normal die Haare, d.h. die Kopfhaut schäume ich mit Shampoo ein und spüle es gleich danach wieder aus. Dabei läuft was durch die Haarlängen, aber ich kann dir sagen - das bißchen Schaum beeindruckt das Kokosöl null, denn davon läßt es sich nicht auswaschen, schon gar nicht von dem milden Shampoo, was ich benutze.
      Meist mach ich es sogar so, daß ich meine Haarlängen zuerst mit einer Haarkur einbalsamiere (kann ich noch außerhalb der Dusche vorm Spiegel machen und sie so ganz ordentlich verteilen), dann unter die Dusche steige und mir die Haare (also wie gesagt: nur die Kopfhaut schäume ich mit Shampoo ein) wasche. Das spart Zeit, weil ich dann gleich alles in einem Aufwasch abspülen kann. Das Shampoo ist meist schon nach 30 sek ausgewaschen, für die Haarlängen nehme ich mir dann mehr Zeit, bis sich nix mehr ölig oder schmierig nach Haarkur anfühlt.

      Am besten probierst du selbst einmal, wie es für dich am besten funktioniert!! :)

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