Freitag, 19. Oktober 2018

To be of use

The life... in front of my eyes



Ich habe geträumt

wie es war, als ich den Blog angefangen habe zu führen; wie ich mir vorstellte, ihn zu gestalten, inhaltlich und vom Rahmen her.. und wie sehr es nun ganz anders geworden ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich war wieder im Jahr 2013 und konnte von dort aus ganz klar sehen, wie sehr ich  - aus dieser Perspektive - meine eigenen Vorstellungen aufgegeben habe; wie ein Blatt das fällt. Lautlos..

Ich habe aber auch geträumt, daß mein Schatz das Sofa nicht kaufen sollte, was ich ausgesucht hatte, einfach weil es letztendlich dann null zu IHM passt. Das ist nicht richtig.

Und ich habe mit dem Gefühl weitergeschlafen, daß die Dinge nicht sind, wie sie sein sollen.




Am nächsten Morgen habe ich mich als erstes auf meinen Video-Hintergrund gesetzt, der ein Sofa ist, auf dem man wirklich sitzen kann und auf welches die erste Morgensonne fällt, sobald sie aufgegangen ist. Ich habe das Fenster geöffnet und ein bißchen gefroren und im Licht über einem heißen Kaffee eines meiner französischen Lieblingslieder gehört, was Ruhe und Sonne und die Luft von sommerwarmen Bahnsteigen ausstrahlt. Ich habe zuerst alle Neuigkeiten zum Brexit gelesen (mein Lieblingsthema, wenn ich mich mal mit was beschäftigen will, was so null mit meinen sonstigen Beschäftigungen zu tun hat) und erst DANACH habe ich Instagram geöffnet: und dieses Bild gesehen.




Neben Tiervideos, die die Welt DEFINITIV besser machen!, ist das mit der letzte Grund, warum ich  mich überhaupt noch auf Instagram rumtreibe: es ist neben unglaublich viel BS (IMHO) auch ein Hort von erstaunlichen Einsichten. Und von Kunst. Und vom Meer. Und Unterwasserbildern. Und augenöffnenden Sprüchen. Es ist nämlich so, daß ich in meinem Alltag nicht gerade umzingelt von Mitmenschen oder Situationen bin, die bewußtseinsweiternde Dinge am laufenden Band ausspucken würden. Deswegen bin ich für ein bißchen seelenschmeichelnde Inspiration immer dankbar, woher sie auch kommen mag.

Und mit diesem Bild vor Augen habe ich mir angesehen, wie so mein neuestes Video läuft: und es lief... schlecht. Ich bin ja eh schon ein ganz kleines Licht auf YouTube, aber die Klicks waren selbst für meine Verhältnisse unterirdisch. Anscheinend interessierte sich ein Großteil meiner Abonnenten nicht für meine Zusammenstellung aller Schminkitalks und den lustigen(?) Rückblick auf die letzten zwei Jahre, mit Aufnahmen vom ersten Dreh bis heute. Ich fand die Idee großartig und ich liebe es auch, solche Videos bei anderen anzuschauen.. es war meiner Meinung nach die perfekte Mischung aus Unterhaltung und Information (was habe ich gelernt?) gewürzt mit privaten Einblicken: also quasi das alles-in-einem-Paket. Nur anscheinend nicht für den, der nur Infos von mir will und eigentlich nichts von mir darüber hinaus. 

Drown me in your affection..


Das wurde mir erst im Lichte der Erkenntnis "You see someone's true colours when you are no longer beneficial to their lives" klar: und ich bin noch dabei, es zu verdauen, sprich; es auf meine eigenen Situation anzuwenden. Es hat mich aus meiner gewohnten Bahn geworfen, wie ich meine ganze Internet-Schaffenstätigkeit sehe.. und ich schaffe es nicht mehr, zu dieser alten Sichtweise zurückzukehren und einfach weiterzumachen, so wie immer.

Der Unterschied zu meinen anderen Videos lag wohl darin, das es nichts Neues zu sehen gab, sondern schlicht eine Rückschau: das war zwar ein neues Format, aber es gab keine daraus abzuschöpfenden, neuen Informationen - über Produkte, Techniken oder vielleicht nur meine persönlichen Neuigkeiten? Es war - so wurde mir erst im Nachhinein klar - ein sehr personenzentriertes Format, in dem es hauptsächlich um mich und meine Sicht auf Erlebnisse ging. Und das war anscheinend nicht interessant, also... ICH war es nicht.
Da habe ich erkannt, das es der Mehrzahl meiner Zuschauer nur darum geht, was sie von mir bekommen, nicht was ich bin. Sie sind nicht mit mir zusammen auf der Reise,  sondern  wollen nur die nackten  Infos aus dem Ganzen. Ja... es ist, als wären wir gemeinsam unterwegs und sie schätzten dabei nicht meine Reisegesellschaft, sondern nur meine Reisetipps. Knallhart und absolut zielgerichtet.
Wie hat mir mal jemand geschrieben? "Ich möchte klare Infos ohne viel dazwischen"ICH möchte. Und was möchtest DU dafür zurückgeben? Was hast DU anzubieten ? Und interessiert Dich einen Deut, was der, der Dir das zu geben hat, möchte vom Leben?





Damit meine ich übrigens nicht dich, die du immer als erste auf mein Video klickst und einen Daumen hoch da läßt. Ich meine auch nicht dich, die du immer nette und aufmerksame Kommentare schreibst oder dich, die du dich immer höflich bedankst. Ich meine auch nicht dich, die keine Zeit hatte oder sich das Video für einen anderen Tag aufgehoben hat.. ich meine nicht euch, die treue Leserschaft. Ihr wisst, daß ihr nicht die angesprochene 'Mehrzahl meiner Zuschauer' seid. Und eben das ist mein Problem! Denn wenn ihr die Wenigen seid, sind sie die Vielen: und ich will nicht vielen Undankbaren was in den unersättlichen Rachen werfen, ohne was von ihnen zurückzubekommen. Und die Last ihrer Zechprelle soll nicht auf den Schultern von euch wenigen Rechtschaffenen ausgetragen werden; das geht auch gar nicht. Es funktioniert nicht.
Ich kann an den Klicks auf das aktuelle Video, was wahrscheinlich der harte Kern meiner Unterstützer gesehen hat erkennen, wie viele ihr seid: und dann anhand der üblichen Klickzahlen runterrechnen, wie viele meiner Abonnenten zu der an mir uninteressierten Masse gehören.. sie sind in der Mehrzahl. Das ist, was das spezielle Video angeht, nicht wirklich wichtig: die ganze Sache hat mir aber die Augen für die Gesamtsituation geöffnet und meinen Blick geschärft auf das, was ich meine Stellung im YouTube-Universum nenne..






Der letzte Hobbyblogger




Das Genre hat sich professionalisiert, aber ich mache das nicht professionell.

Es gibt heute quasi keine Hobby-Beautyblogger mehr: in einer Zeit, als es viele solcher Blogger gab hat es wirklich Spaß gemacht! Ich kann das so genau sagen, denn ich war damals einer von ihnen, jetzt bin ich quasi einer der letzten und umzingelt von denen, die das beruflich machen. Ich bewege mich insbesondere auf YouTube auf einer Plattform, die quasi allein bevölkert ist von Berufs-Vloggern: und genauso sind auch die Sehgewohnheiten und Ansprüche der Zuschauer. Ich habe versucht, das ganze weiter unprofessionell zu machen und bin dabei doch umgeben von lauter Ein-Mann-Unternehmen, die das professionell machen: mit professionellen Ausrüstungen und einem Publikum, was genau das erwartet, weil es nur noch das gewohnt ist... ich musste untergehen. Eigentlich ist es Wahnsinn, dass ich es solange geschafft habe, nicht unterzugehen. 

Weiter in diesem Haifisch-Teich zu schwimmen ist aber auch keine Lösung: mir ist klar geworden, daß ich einfach nicht dazugehöre.. und mich über Wasser zu halten, neben den viel größeren Fischen, ist eine fast unlösbare und daher auch irgendwie, sinnlose Aufgabe. 

Trotz alledem habe ich lange versucht zu bestehen neben einer übermächtigen Konkurrenz, neben der ich gar nicht bestehen kann... und schon gar nicht aus ihr herausstechen! Ich habe das gemacht, was wahrscheinlich alle machen und war doch nicht gut genug dafür - und weiter auf meine unprofessionelle Arbeitsweise und Ergebnisse zu bestehen ist nicht klug oder mutig, sondern aufreibend, nervenzerfetzend und einfach nur anstrengend... und außerdem führt es nirgendwohin, nicht für mich. 

Mittlerweile denke ich, daß das, was ich versucht habe, Irrsinn ist. Es ist Quatsch. Ich habe nichts von dem, was die anderen haben (allein was die Parameter: Ausstattung/ Geld/ Vitamin B aka network angeht) und ich habe doch versucht, mitzuhalten. In dieser Branche, die mittlerweile daraus geworden ist, aus dem ursprünglichen "Broadcast yourself"....
Ich habe eben nur mich. Und das ist hier mittlerweile zu wenig.






Youtube ISCH OVER | ich bin gescheitert



Nennt mich hochmütig, aber ich hatte mir etwas mehr gewünscht als Gegenleistung für meine Videos. NICHT, weil ich mir großen Ruhm, Erfolg und klingelnde Kassen erhofft habe wie die Größen der Branche, sondern weil ich weiß, daß ich meine Arbeit immer ordentlich mache und mindestens genauso sorgfältig (vielleicht sogar mit mehr Aufwand wegen meiner geringeren Möglichkeiten, was die Ausstattung angeht) wie eben diese Branchengrößen.

Letztendlich muss sich natürlich niemand für das interessieren, was ich mache: aber da ich es eben nicht aus einer ergebnisorientierten und wirtschaftlichen Absicht tue, sondern aus einem rein privaten Interesse, bin ich auch nicht bereit, mich an den Wunsch eines potentiellen Konsumenten anzupassen, weil ich das nicht muss und deswegen auch nicht möchte. Damit produziere ich aber auch immer an jeglicher Zielgruppe vorbei, eben weil ich mich als unabhängig verstehe und es für meine, von niemandem bestellte Inhalte, anscheinend schlicht kein Publikum gibt!

Ich hätte mir das vielleicht denken können und natürlich ist das in gewisser Weise auch nur mein Problem... aber die Art von aktuell kommerziell erfolgreichen Videos auf YouTube ist nicht das, was ich machen will. Ich bin mit den von mir produzierten Filmchen nah an dem geblieben, was ich immer machen wollte (sehr viel anders oder besser würde es also nicht werden) und mein Dilemma ist, daß ich nun mal nichts anderes machen möchte. Dann höre ich lieber auf, meine Projekte zu teilen, als ganz damit aufhören und etwas anderes tun zu müssen, nur damit es dem großen Publikum gefällt.




Eine Freundin hat mal zu mir gesagt, dass sie mutig findet, dass ich auf YouTube eben nicht den schönen Schein verkaufe, die kleine Traumwelt, wie sie sagte.. und ich habe mir danach gedacht: "Ich weiß gar nicht ob das mutig ist, denn ich mache die Dinge nun mal nur so, weil ich nicht anders kann; einfach, weil ich nun mal so bin." Aber nicht aus Berechnung oder weil ich mich dafür entscheide... ich tue es sozusagen wider besseren Wissens?

Vielleicht hätte ich mich mehr anpassen und damit mehr Erfolg haben können; aber der Preis wäre mir zu hoch gewesen!! Im wahrsten Sinne des Wortes: wenn ich überlegen muss, tausende Euro (das ist leider keine Übertreibung) in eine ordentliche Ausstattung ODER in den nächsten Urlaub zu investieren... dann weiß ich, wofür ich mich immer entscheiden wollte. Ich hatte nie die Voraussetzungen, um hier zu bestehen und ich will sie auch nicht schaffen. Und so ist das Projekt nun gescheitert.. 

Es ist nicht so, das ich nie wieder Videos machen würde, aber wahrscheinlich dann keine YouTube-Videos. Denn wenn man sich das Ganze mal ansieht, dann sind YouTube-Videos ein ganz eigenes Genre mit sehr eng gesteckten Grenzen und Normen. Ihr wisst gar nicht, wie mir der Kopf geschwirrt hat, nachdem ich mir nur einige der Tutorial-Videos zu Schnitt, Länge und allgemein allen möglichen Tipps  angesehen habe, die ein YouTube-Video erfolgreicher - ich würde sagen, normenkonformer - machen können. Es gibt dafür im Creator Studio sogar einen eigenen Bereich: wohlwollende Menschen sehen das bestimmt als große Hilfe, ich kam mir jedoch immer vor wie in den Fängen einer Sekte, die mit gleichmachender Gehirnwäsche alle meine Kreativität abtöten wollte. 

Ich bin auf meine Zeit bei YouTube aber überhaupt nicht böse oder will sagen, daß alles schlecht daran ist, ganz im Gegenteil! Ich bin sehr dankbar dafür, daß ich das hier machen konnte & kann, weil es im Umkehrschluss ja auch bedeutet, daß ich die Möglichkeit dazu habe: den Raum, die Zeit, die Fähigkeit... und auch, daß wir die finanziellen Ressourcen dazu haben, um mich es machen zu lassen. Dafür bin ich sehr dankbar. Denn an sich macht mir das Ganze ja sehr viel Freude. Ich kann mich daran erfreuen, ja!

Aber ich will es nicht beruflich machen; dieser Beautykram so ganz allein und auf Dauer wäre mir dafür auch viel zu "BLAH!" Einer dieser kleinen Youtuber, die versuchen wie die großen zu sein, ohne es zu sein, will ich aber auch nicht werden. Es gibt aktuell nur die Möglichkeit, das Ganze beruflich zu machen oder daraufhin zu arbeiten, es mal beruflich zu machen und schon mal in diese Zukunft zu investieren, sonst geht man unter. Mir ist das besonders aufgefallen, daß es zumindest bei Beauty-YouTube null Raum für Diversität gibt, als ich mir ein paar Mädels angesehen habe, die rund 200 Abonnenten haben, aber vor ihrer nicht billigen Kamera und ihrem selbstgebastelten Hintergrund sitzen wie eine Anfänger-Kopie eines beliebigen Beauty-Gurus, dabei aber nur im Ansatz nachahmen, was sie doch so eifrig versuchen nachzustellen. In dem Bereich gibt es keine Freiheit, es gibt nur Fesseln der Anpassung! Ich will das nicht. 

Aber auch für die, die das (mehr oder weniger erfolgreich) beruflich machen, ist es heute schwerer  geworden: wenn ich mir mal vorstellte, wie es für mich wäre, wenn ich einer von ihnen wäre... ich würde mit der aktuellen Situation so abkotzen. Deswegen hatte ich mir immer gedacht, ich könnte das einfach 'nur so' weitermachen, zum Spaß.. aber es ist kein Spaß mehr. Das sieht nur nach außen so aus bzw. SOLL so aussehen. 
Ich aber kann mir das einfach nicht mehr leisten.


I can't afford making videos for free anymore

"Not a hint of this psychic stress has ended up on my channel. There’s a huge amount of emotional labor inherent in being an online personality—I have to seem carefree and flawless and always surrounded by friends. I can get “real,” but I can’t bum anyone out (...) Authenticity is valued, but in small doses: YouTubers are allowed to have struggled in the past tense, because overcoming makes us brave and relatable. But we can’t be struggling now or we’re labeled whiners."





Why is everyone using social media so sad?




Warum sind alle so traurig, die soziale Medien benutzen, fragte dann auch noch Connie Glynn in ihrem aktuellen Video-Essay. Um YouTube zu machen "muss man getrieben sein, was mit Verletzlichkeit einhergeht..", mutmaßte eine ihrere Zuschauerinnen, was für mich einfach nur anders formuliert heißt: um sich dem ganzen System freiwillig zu unterwerfen, muss eine große Portion Selbstaufopferungsbereitschaft in einem angelegt sein. Denn Vloggen, Bloggen und jede andere Art von Internet-Aktivität, die ein öffentlich sichtbares Produkt hervorbringt, ist Arbeit. Unbezahlte Arbeit. Das wird aber nie thematisiert, es wird immer nur inhaltlich über die produzierten Inhalte gesprochen.

immaterial labour = unpaid work 

"Content is praised for its clickability no matter the costs"
Irgendjemand profitiert immer - ja, zieht daraus den neudeutschen BENEFIT - von meiner unbezahlten Online-Tätigkeit: aber ich werde dafür nicht entschädigt. Ich arbeite, ohne bezahlt oder allgemeiner gesprochen: entlohnt zu werden. 
"Somewhere along the way, even if you make no money from it, social media becomes work (...) at it's worst, the internet is a place of false expectation and isolation."


Ich sage sogar: besonders wenn Du nicht bezahlt wirst ist es Arbeit, da das untrügliche Gespür dafür, daß Klicks eigentlich überhaupt nichts bedeuteten, wohl in uns allen schlummert. Bezahlt zu werden im klassischen Sinne ist die einzige Möglichkeit, eine Art Entlohnung zu bekommen für die Arbeit durch ein Medium, was es uns eben nicht ermöglicht, mit dem anderen wirklich in Kontakt zu kommen.. eben weil dieses nur digital ist. Und nicht echt.

Anders als z.B. bei einem Ehrenamt kann ich die warmen Blicke oder auch den Dank für meine freiwillige Arbeit nicht direkt spüren; anders als bei einem gratis Gig kann ich den Applaus nicht hören; das einzige, was ich sehen kann sind namenlose Klicks und Likes oder Dislikes. Das erzeugt aber im Menschen nicht das gleiche Gefühl - und darum geht es normalerweise, denn wir sind vorrangig fühlende und erst nachrangig denkende Wesen. Niemand wärmt sich des Nachts an einem Gedanken. 






La fin



Die ganze Zeit über habe ich während Connie Glynns Ausführungen gedacht: "Ja, ja, ja, sie hat recht!".. aber erst am Ende des Videos, wo dieser sanfte, nette Mann mit dieser weichen, ruhigen Stimme sein kleines Liedchen gesungen hat, erst da war ich berührt. Erst da habe ich etwas gefühlt. 
Das einzige, was zählt ist Musik, habe ich gedacht. Es bringt überhaupt nichts, mit dem weiterzumachen was ich mache: nicht bloß, dass das ganze System, was es zusammenhält, ungerecht ist und mich auslaugt, nein, es führt auch zu nichts. Keines der Videos, was ich je gemacht habe, sorgt dafür, dass sich irgendjemand besser fühlt. Aber wenn sich jemand besser fühlen kann, wirklich fühlen und nicht bloß denken, wenn ich ein kleines Liedchen singe, mit ein paar netten Worten, dann ist das alles, was zählt.. und was ich tun sollte.


✳✳✳


Eigentlich wollte ich dieses Wochenende einen Test zu einem echt coolen Haarprodukt veröffentlichen, aber WOAH, das wäre genau so ein Video mit schönem benefit (neudeutsch für: Mehrwert) gewesen, was all die wollen, denen ich eben nicht mehr zu Willen sein will!
Ich werde also stattdessen erstmal keine Videos mehr hochladen. Und auch den Blog vielleicht ruhen lassen. Vielleicht sollte ich es langfristig so machen, wie ich es immer gedacht habe, mit der Maximalforderung alles auf ihm unterzubringen, genau so wie ich es mir eben vorstelle.. und nicht mit der kleinen Zwischenlösung, die niemanden zufriedenstellt(?).
Vielleicht werde ich aber auch nur die Kommentare abschalten und den Blog als mein Makeup-Memo behalten für meine unbearbeiteten Fotos und Ideen und als Schmierzettel. Oder vielleicht mache ich zuerst einfach mal Pause um zu sehen, was ich davon wirklich noch gern und mit Leidenschaft betreibe.. Vielleicht

I'm OUT of use



Quellen: ↷




Kommentare:

  1. Liebe Sunnivah,
    Oh wie schade! Das macht mich traurig, weil ich deine Videos gerade deshalb so gern schaue, weil sie anders sind als die Mainstream beauty Videos.
    Aber ich kann deine Sichtweise auch total nachvollziehen. Und wenn es sich für dich nicht mehr richtig anfühlt, dann ist es besser, aufzuhören.
    Vielleicht hilft es dir, den Blog mehr als Memo an dich zu sehen wie als Konsumgut für andere. Wäre schön, wenn er erhalten bleibt.
    Ganz liebe Grüße,
    Vroni

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    1. Hey Vroni, danke für deine prompte Antwort. Ich wollte zwar nicht, dass ihr was zu bedauern habt und hab deswegen etwas Angst gehabt, diesmal die Kommis zu moderieren, aber..es tut auch gut zu sehen, dass sich gleich jemand Zeit dafür nimmt. Danke!!

      Ich werde den Blog erstmal nicht verändern oder ähnliches, ich mach erstmal etwas Pause. Dann sehe ich meist klarer. Auch die Videos sind nach wie vor verfügbar aber nur für den, der weiß wo bzw. sich die Mühe macht kurz mal weiterzuklicken. Ich will auch versuchen, das in Zukunft so zu machen, das ich denjenigen die vom Blog kommen Inhalte zugänglich mache, aber nicht mehr zufälligem Lauf-Publikum von YouTube. Ich habe das ja versucht und meine Inhalte dort angeboten, habe aber jetzt eingesehen, dass YouTube nicht auf mich gewartet hat... deswegen muss ich es der Plattform ja auch nicht mehr direkt in den Rachen werfen ;-)

      Ich hoffe für mich ehrlich gesagt sogar, dass ich durch das zeitweilige Aufhören und Ausruhen und mich von dem großen Business distanzieren sogar noch weniger Mainstream und noch mehr mein Ding machen kann. Ich hoffe!!

      Ganz liebe Grüße!

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  2. Hallo liebe Sunnivah!
    Hier schreibt eine treu lesende, allerdings kommentarfaule Socke. Ich lese quasi alle deine Blogbeiträge hier abgesehen von zu schminkzentriertem Kram und habe ganz stark gespürt, wie dein Zweifel an der ganzen asozialen Umgebung social media gewachsen ist. Mich nervt es auch, dass es alles so groß, professionell und unpersönlich geworden ist. Klar sind hochqualitative Aufnahmen von Produkten hilfreich, um zB. Kaufentscheidungen zu treffen. Das Gefühl, online die Entwicklung einer Person mitverfolgen zu können; quasi ihr Tagebuch zu lesen, habe ich nur noch ganz selten. Bei dir ist es allerdings so.
    Auf meinem Blog ist auch ziemlich tote Hose. Einfach, weil kaum noch etwas zurück kommt. Da kann ich meine Gedanken auch in ein Papierbuch notieren. Plus die Sache mit der unbezahlten Arbeitszeit. Wobei ich es auch in gewisser Weise einfach für mich selbst tue, um z.B. meine Gedanken auszudrücken und mich anschließend befreit zu fühlen.

    Wofür auch immer du dich entscheidest: bitte nicht die Kommentaroption abschalten!!! Denn genau das ist es, was Blogs für mich überhaupt so attraktiv macht. Und hier bei dir hat man noch die Möglichkeit, dass der Kommentar gelesen wird, da er nicht unter 10 000 anderen verloren geht, von denen die meisten auch nur "first!", "hey, visit my channel" und "slaaayyy babe!" sind.
    Fühl dich gedrückt und hab ein schönes Wochenende,

    Apfelkern

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    1. Hey
      die asozialen sozialen Medien, jaaaaahahaaa, hast du gut zusammengefasst! Aber sie waren nicht immer so, bzw. der Wind weht rauher, nicht wahr? Danke also für das Brechen deines Kommentarfastens, das tut gut, auch jetzt noch :)

      "Das Gefühl, online die Entwicklung einer Person mitverfolgen zu können; quasi ihr Tagebuch zu lesen, habe ich nur noch ganz selten..." Da ich, genau wie, auch in gewisser Weise einfach für mich selbst schreibe, um z.B. meine Gedanken auszudrücken, wird das wahrscheinlich weiter stattfinden. Ich möchte eigentlich auch gar nicht meine kreative Schaffenskraft nehmen und mich mit ihr zurückgezogen einrollen, im Gegenteil: ich möchte mehr Wege finden und Räume schaffen, um sie erst recht auszuleben. Aber eben nur zu meine Bedingungen, so daß sie mir Freude machen kann und ich auch vielleicht dann durch meine Energie anderen etwas mitgeben kann. Ich will mich also im Moment hauptsächlich erstmal von den fremdbestimmten Zwängen, Regeln und Normen von der Maschinerie, hauptsächlich auch Beauty-YouTube befreien, wo es eben, wie du sagst, vor allem um die Perfektion in Sachen "unpersönliche Kaufberatung geht und hochqualitative Aufnahmen", der Inhalt oder auch die Person dahinter austauschbar sind. Mir geht es um das schöne Modewort Nachhaltigkeit, allerdings meine.. im Leben, für meine Seele. Für mein Werden. Ich will meine Projekte nicht von allem Persönlichen sterilisieren, im Gegenteil, ich will immer mehr ich sein, auch öffentlich, mich entfalten, nicht einzwängen lassen. Ich will werden, nicht nur so tun als ob.
      Wenn dich die gewundenen Pfade dessen also interessieren, wird er hier bestimmt noch was zu verfolgen geben. Ich kann nicht stillhalten. Ich werde immer wieder mit was rausplatzen ^.^ Hier wird also wahrscheinlich noch eine Menge werden, der Wandel hat erst angefangen, denke ich. Und wenn du dich so vehement dafür einsetzt, lass ich die Kommentarfunktion so lang es für mich aushaltbar ist offen :)

      Danke für die Umarmung, geb ich zurück!!

      Liebe Grüße



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  3. Ich find's total schade. Aber ich kann deine Beweggründe auch gut nachvollziehen. Ich habe mich eigentlich immer gefragt, wieso du so wenig Klicks bekommst... ich hab deine Videos nämlich immer sehr gerne gekuckt. Du hast immer so viel Energie, Kreativität und auch Persönlichkeit reingesteckt (und deine Special Effects immer xD). Ich mochte auch sehr die ruhige Athmosphäre deiner Videos. Letzten Endes muss es dir aber natürlich gut gehen bei den Dingen, die du tust. Ganz liebe Grüße von einer treuen Zuschauer/Leserin

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    1. "die ruhige Atmosphäre deiner Videos..."
      WIRKLICH? Das habe ich mir immer gewünscht auszustrahlen, aber da das leicht verschlafen rüberkommen kann, war ich - meiner Meinung nach - immer potenziell eher zu hibbelig. Also: DANKE für dieses unerwartete Kompliment!


      Ich finde es schlimm, daß du es schade findest daß ich erstmal aufhören will, aber auch schön; also es ist schön zu lesen und zu wissen, daß das, was ich gemacht habe, doch irgendwie mehr als unwichtig war. Ich würde es auch immer so, ausschließlich für euch treue Seelen, weitermachen, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte.. da ich nämlich wirklich immer "Energie, Kreativität und auch Persönlichkeit" reingesteckt habe (ohne das es für mich keinen Sinn hat), aber dafür muss ich den Raum haben. Vielleicht wird das ja noch. Bleib dran, wenn du magst :)

      Liebe Grüße

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  4. Liebe Sunnivah, jetzt bin ich seit langem mal wieder auf deinem Blog (danke für deinen Kommentar auf meinem, über den ich mich sehr gefreut habe), und lese diese nachdenklichen und etwas betrübten Zeilen. Ich bin nicht auf Youtube unterwegs und auch zum Blogs lesen fehlt mir inzwischen meist einfach die Freizeit. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man diese Klicks und Kommentare als Motivation braucht weiterzumachen. Mir geht es da nicht anders. Doch gerade was Kommentare angeht sind diese einfach ziemlich zurückgegangen oder haben sich auf Instagram verlagert. Die ganze Szene hat sich wie du so schön schreibt ziemlich geändert. Ich habe mal neulich die Aussage gehört: "Niemand interessiert sich für deine Webseite" und das stimmt glaube ich für fast alle Seiten. Ich weiß nicht mehr von wem dieses Zitat stammt, es war glaube ich eine wichtige Person im Internetdschungel und ich habe das auf einem SEO Workshop in der Arbeit gehört. Wäre man nicht da würden die Leute einfach woanders lesen und dort ihre Informationen oder ihre Unterhaltung bekommen. Wir sind mit unseren Blogs, Youtube Kanälen etc. einfach ziemlich austauschbar. Ich glaube daher das diese Aussage stimmt. Daher ist es wichtig etwas für sich selbst aus dem Ganzen ziehen zu können. Die Frage ist immer macht es mir noch Spaß, finde ich Erfüllung darin oder ist mir eigentlich der soziale Aspekt und Austausch viel wichtiger und ich muss mir ein anderes soziales Medium suchen, wo dies einfach ist? Ich fände es schade, wenn du deinen Blog nicht weiterführst. Aber das ist meine persönliche Meinung und letztlich musst du selbst entscheiden, ob dir deine Zeit das wert ist, ob du noch Spaß am Schreiben, Fotografieren etc. hast.

    Ganz viele liebe Grüße an dich,
    Diana

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    1. Hey Diana,
      danke für deine Nachricht.. und doch denke ich nicht, daß wir da im selben Boot sitzen. Ich hatte mit dem Blog niemals kommerziellen Erfolg, gehörte nie zu denen, die Kooperationen gemacht und damit zumindest ein wenig Geld, aber mir auch die 'Anerkennung' verdient habe, irgendwie mit dazuzugehören, zu denen, die wichtig sind in der Branche? Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, aber als reiner Hobbyblogger ist es nochmal was anderes, denn ich kann ja heute nicht mal mit einem warmen Lächeln zurückblicken und sagen: 'Naja, wenigstens WAR ich irgendwann mal was!', verstehst du? Du selbst bist mit das beste Beispiel für diese Sichtweise, denn die Aufmerksamkeit, die ein Blogger wie ich (selbst zu besten Zeiten) von jemandem wie dir (von der Größenordnung her, meine ich) bekomme habe stand in keiner Relation dazu, wie oft ich bei dir was gelesen, kommentiert, etc. habe... und du warst definitiv noch einer der humansten, was das anging, also du hast die kleinen Vertreter der Branche noch am wenigsten ignoriert oder als selbstverständliche Fangemeinde/Fußvolk behandelt.
      I know: this is how things go.. aber genauso wenig, wie ich das akzeptieren muss, würde ich bei so einem Spruch von "Niemand interessiert sich für deine Webseite" still sitzen bleiben können. WAS FÜR EINE ABSCHÄTZIGE SICHTWEISE AUF DEN ANDEREN MENSCHEN AN SICH offenbart denn bitte diese Aussage? Ich hätte den Typen ja mit meinem Seminarplan beworfen und ihn gefragt, ob es noch geht.... Viel zu oft werden solche herabwürdigenden Ansagen (IMHO) heute aber aktuell als besonders ehrlich und 'klare Kante' und 'man muss auf dem Boden der Tatsachen bleiben' angesehen und auch noch gelobt, anstelle ihnen mit einem gesellschaftlichen Aufschrei entgegenzutreten.. anstatt das eine Diskussion darüber entsteht, warum das so ist und wie das verändert werden kann, zum Wohle aller. ZU überlegen, wie wir uns alle gegenseitig behandeln.. und wie wir uns alle behandeln lassen. Es heißt ja nicht, daß wenn 'das Publikum/die Zielgruppe' (WER bitte soll das sein??) mich so behandeln möchte und mich aussaugen, ohne sich für meine Website zu interessieren, ich das auch kampflos akzeptieren muss! Das muss ich doch NICHT. Deswegen dieser Artikel; das ist MEIN Aufschrei!

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    2. Es geht mitnichten allein darum, ob ich noch "Lust auf Schreiben, Fotografieren etc habe".. was übrigens oft in solchen Diskussionen als das Argument der lieben Mädchen rausgehauen wird, um andere auch wieder in die 'liebe Mädchen'-Schiene zu pressen, anstatt sich zusammenzutun und gegen das Unrecht vorzugehen. Aber der Influencer entscheidet letzten Endes nie allein über das, mit was er 'beeinflusst', was? Auflehnen und aufstehen für eine Sache, die uns als Branche alle gemeinsam angeht, ist nicht so das Ding eines Influencers. Gerade deswegen heißen 'wir' wahrscheinlich auch nicht 'Vorbild' oder wenigstens 'Trendsetter'.
      Wenn ich Lust auf kreative Tätigkeit habe, heißt das doch aber nicht, daß ich die mit anderen gratis teilen muss.. aber wenn das Endprodukt schon mal da ist, kann ich es doch auch machen, nicht wahr? Quasi als Dienst an der Menschheit.. sorry, nee. Ich weiß nicht, inwieweit es anders aussähe, wenn ich wenigstens ab und an mal von einem Kooperationspartner was zurückbekäme, und wenn es nur seine Sch***-Moneten wären, aber so, nein, so reicht mir das nicht, was "ich selbst aus dem Ganzen ziehen kann" denn nein, das steht in keiner Relation zum Aufwand. Und wie gesagt: nur weil ich es kann und machen könnte, muss ich meine Perlen aber nicht vor die Säue werfen, wie man so schön sagt. Und da ich eh austauschbar bin, wird das ja auch keiner der Steckdosen-Nasen wehtun. Ich kann also aus dem Hamsterrad auch aussteigen. Ich werde aber auf keinen Fall einfach weitermachen, resigniert und ausgelaugt und das dann noch krönen mit "ist einfach so. Ich bin halt austauschbar. Wahrscheinlich sollte ich mich mehr anstrengen, damit ich noch auffalle unter den anderen.." Ich geb dem hyperaktiven Affen mit der kleinen Aufmerksamkeitsspanne bestimmt keinen Zucker und sag noch artig Danke dafür, daß ich gratis Bonbons verteilen darf.

      Ich schließe mit einem Zitat von Emma
      "(...) ich kann nur den Kopf schütteln. Ganz ehrlich, ich lese Blogs um der "Creator" und deren Persönlichkeit willen. Natürlich anhand von Inhalten, die mich grundsätzlich interessieren, aber eben nicht nur... ich finde es traurig und empörend, dass wohl so viele Leute nur den kostenlosen Inhalt abgreifen wollen.(...) Dann sollen die doch einfach wieder hirn- und persönlichkeitsleere Zeitschriften lesen, wenn es nicht mal für ein "Danke" reicht."

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  5. Das Sofa passt zu mir. Die Größe mehr als die Farbe. Es war super, es zu kaufen!
    Dein Blog sollte wieder dein Blog sein. Für dich. Deine Vorstellungen und Ideen. Nicht die von anderen.
    Du lebst auch ohne Blog! Nicht für, sondern mit ihm. Bist dir treu geblieben und hast dich nicht für die Masse verbogen. Und genau so bist du super! Du hast ein Zimmer für dich. Und nicht für den Blog!
    Dass die Leute die Qualität und die Individualität nicht schätzen, tut mir leid. Du hast es verdient, dass soviel zurück kommen sollte.

    Tiere machen die Welt einfach besser! Lustige Labrador-Videos sollten überall gezeigt werden.

    Du bist so interessant und ehrlich. Du bist besonders! Und das schätze ich so an dir. Du bist nicht grau, wie die Masse da draußen!

    Du bist genug! Aber sowas von. Was außerhalb des Internets passiert, ist viel wichtiger! Wenn die Leute doch nur wüssten, wie du real bist!

    Ohne ausreichende Unterstützung ist der Kampf gegen Haie anstrengend und auch gefährlich. Die da draußen wollen Blut sehen, hab ich dir immer gesagt. Es interessiert sie auch nicht, wer da blutet.
    Die wenigen, die deine Schönheit sehen können, sind leider zu wenig. Aber sie sind dafür um so wichtiger!

    Komm aus dem Becken raus.

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