..morgen werde ich Muffins backen und mit Herzchen verzieren, ins Kino gehen und Händchen halten. Heute habe ich in Vorbereitung auf den Tag der Verliebten ♥ ein Video mit Beziehungstipps aufgetan - doch meist stellt sich bei solchen gut gemeinten Ratschlägen die Frage:
"Gute Idee, aber wie soll ich die umsetzen?"
Die Frage, wie ich eine gute Beziehung führen kann ist eigentlich die Frage danach, wie ich ein guter Partner werde. Ich schaue auf mich, nicht auf den anderen. Denn an dem kann ich
nichts ändern und das Recht an ihm rumzumäkeln hab ich auch nicht.
Eine gute Beziehung zu führen bedeutet zunächst, eine gute Beziehung zu sich selbst zu haben. Alles beginnt bei mir selbst, nicht beim Blick auf den anderen. Und auch bei den Tipps lohnt es sich, für die Umsetzung jeweils in eine ganz andere Richtung zu schauen.
Hier sind meine Gedanken (und als Ehrengast: die meines Freundes) zu snukiefuls Beziehungstipps :)
1. Wie soll ich den anderen so nehmen, wie er ist, und all seine Macken und Fehler akzeptieren?
Er:Das ist ein ganz komischer Punkt. Für mich ist das so, ich bin nicht der Typ, der ständig versucht dich zu
verändern oder der dich kritisiert... Aber es ist schon wichtig, daß du sagst, was Dich
nervt, weil wenn Du mir z.B. verschweigst, daß ich schnarche und Dich das zu Tode nervt, dann wache ich nie mehr auf, weil Du das Problem nachts
schon mit einem Kissen auf meinem Gesicht gelöst hast! XD Sie: Ich denke, es wäre am besten, sich gleich in jemanden zu verlieben, dessen Kleidungsstil man von vorneherein gut findet ^.^ Am anderen rumzuschrauben ist ja nicht nur ein hoffnungsloses, sondern
auch zutiefst unmoralisches Unterfangen. Ich kann nur mich verändern.
An meiner Erwartungshaltung arbeiten. Und feststellen, daß es reicht, wenn der Kerl ein A-L-B ist. Er: Ein was? Ein ALB-traum?? Sie:Aufmerksam. Liebevoll. Bereitwillig. Keine Angst, bist Du alles :) Er:Danke :-* Sie: Klar gibt es Sachen, die mich nerven, aber mein Trick ist es, in die andere Richtung zu schauen: ich konzentriere mich lieber auf das Schöne, statt über dem ach so Negativen zu brüten. Und wenn ich mich deinen positiven Seiten zuwende, mag ich dich gleich viel mehr. Dann stört der Hobbitfuß auch weniger XD
2. Wie kann ich wirklich Interesse zeigen für das, was der andere macht, wenn ich das doch langweilig finde?
Sie: Muss ich gar nicht. Ablehnen. Nein sagen. Ich muss das nicht aushalten, denn dann werde ich unzufrieden und unzufriedene Menschen sind denkbar schlechte Partner, in jeder Beziehung! Er: So wie wenn ich anfange, von Technik zu sprechen oder von der Eisenbahn.. Sie:Pssssst! Nicht dieses Hobby erwähnen! *PEIN-LICH* Er:.. und wir uns darauf einigen, darüber zu sprechen, wenn du müde bist und ich diese Stories als Schlafmittel einsetzen kann :) Sie: Es tut mir leid, aber mehr als einen Satz davon ertrage ich nicht, ohne daß mir die Augen zufallen oder ich schreiend weglaufen will.. ^.^ Aber thematisch muss mich das auch null interessieren. Es geht darum, menschlich Anteil zu nehmen. Deswegen frage ich auch immer, wie das für dich ist und was dich daran begeistert. Auf sowas kann ich mich konzentrieren. Er: Man muss nicht alles interessant finden, was der andere macht. Aber
die Dinge, die den anderen begeistern, die er wirklich toll findet, die
sollte man nicht ignorieren. Sie: Du bist einfach ein besserer Mensch als ich :)
3. Wie soll ich dem anderen Freiraum lassen? Wenn ich ihn doch vermisse..:-(
Sie: Schwierige Sache.. dann bist Du weg und gehst ohne mich aus und ich male mir aus, wen Du da kennenlernst und wie sehr dieses Mädel vielleicht Deine Musik mehr mag als ich und so weiter *Katastrophendenkspirale*. Freiräume lassen hat also viel mit Vertrauen zu tun: Selbstvertrauen!
Ein schönes Beispiel dafür, daß die Art, wie ich meine Beziehung führe, nur von meinem Persönlichkeitsstil abhängt, nicht vom anderen :) Dich wegen meiner Ängste einzuengen wäre unfair, deswegen praktiziere ich wieder das Prinzip, meine Aufmerksamkeit weg vom Schlechten auf das Gute zu lenken. Also: Freiraum bedeutet in dem Sinne dann nicht: "Was macht er ohne mich?" sondern "Was will ich allein machen? Was Cooles hab ich vor?" Ich habe vor allem eine Beziehung mit mir selbst
und meinem Leben: ein in sich geschlossenes, eigenes Universum. Und je reicher ich das gestalte, umso besser geht es mir, egal ob allein oder zu zweien. Dafür bin ich allein verantwortlich, nicht Du. Er: Ich käme nie auf die Idee, Dir was vorzuschreiben. Ein Mensch kann keinem anderen gehören. Er gehört nur sich selbst.
4. Treue, ist doch sonnenklar? Oder nicht?
Sie: Ich ersetze den Punkt durch Ehrlichkeit. Ich kann Dir NICHT versprechen, daß ich mich nicht morgen anderweitig verlieben werde - ich darf Dich jeden Tag verlassen, aber ich darf Dich nicht belügen und betrügen. Indem ich immer ehrlich bin, übernehme ich auch meine Verantwortung Dir gegenüber. Und ich bin mir gegenüber ehrlich genug um zu wissen, daß ich auf bestimmte Dinge gar keinen Schwur leisten kann. Er:Wenn ich ehrlich bin, weißt Du immer, woran Du bist. Und Du kannst entscheiden, inwiefern wir uns ähnlich sind und was Du davon willst.
5.Respekt haben? Lieber Dankbarkeit!
Er: Den anderen nicht für selbstverständlich nehmen, denn der andere
entscheidet sich jeden Tag aufs Neue, ob er mit Dir zusammen sein möchte
oder nicht. Beleidigungen und Herabsetzungen führen nicht dazu, daß ich
vom anderen gemocht werde.
Sie: Das sich in längeren Beziehungen
'auseinandergelebt' wird, sehe ich nicht so, ich denke viel eher, die
Leute sind dann zu nah an einander dran. Und komischerweise behandeln
Menschen ihren Nächsten oft viel schlechter als Fremde!
Mir fällt es manchmal eher schwer, mein Gegenüber zu respektieren, wenn es keinen Respekt einfordert; denn Respekt verschenkt man ja nicht, sondern der wird einem eingeflößt. Manch einer macht sich immer so klein und 'legt sich
buchstäblich gern hin zum Sterben'; so ist es schwer, respektvoll zum anderen aufzuschauen, weil er unter mir am Boden liegt. Dann schaue
ich ja auf ihn herab.. ich ersetze Respekt dann durch Dankbarkeit. Ich
überlege nicht mehr, was mich am anderen stört, sondern wofür ich dankbar
bin. Da gibt es immer etwas. Dadurch eröffnet sich
eine ganz neue Perspektive. Auf das Gute, auf die Qualitäten des anderen .. das ist auch ein
gutes Gefühl, wenn auch nicht das gleiche wie Respekt - dafür führt es aber direkt zu
Wertschätzung.
6. Wertschätzung = Offene Bewunderung
Er:Für mich hat Wertschätzung was mit Bewunderung zu tun.. Sie: Für mich auch! Er: ...das ich Dir zeige, daß Du kostbar für mich bist.
Sie:Das Du nicht nur mein Freund bist, mit dem ich mich freue, sondern auch jemand, an dem ich mich erfreue. Dafür kann ich Dich aber nicht wie einen Fußabtreter behandeln, sonst nutzt sich dieser schöne Glanz ab. Ich darf Dich zum Beispiel nicht mißbrauchen, um Dir meine Probleme aufzuladen. Du bist nicht mein Therapeut, sondern die Person, in die ich mich verliebt habe. Alles begann ja mit Faszination. Bewunderung. Wertschätzung. Das ist Liebe. Vor allem. Er: Ich liebe dich. Ich möchte, daß es Dir gut geht. Ich will Dein Freund sein und wenn Dich was bewegt, interessiert mich was und wie Du wieder glücklich werden kannst.
Ein von The life in front of my eyes (@sunnivah13) gepostetes Foto am
7. Gemeinsamkeiten finden? → Spaß haben
Sie: Der Punkt muss unbedingt mit rein! Ich meine, eigentlich geht es ja für jeden einzelnen darum, zufrieden zu sein. Und zusammen geht das am besten, indem man gemeinsam Spaß hat. "Beziehung heißt Arbeit", wird immer betont.. aber sobald man es in Arbeit ausarten läßt, hat vielleicht keiner der beiden Beteiligten mehr Lust darauf. Ich meine, wir lachen doch viel öfter miteinander als das wir 'arbeiten' würden, oder? Er: Natürlich! Wir sind doch zusammen, weil wir einander mögen. Beziehungen führen uns vielleicht vor Augen, was ein jeder an sich selbst verbessern kann; in dem Sinne würde ich dem "Beziehung heißt Arbeit" zustimmen. Aber das ist was Persönliches, was ich mit mir ausmache. Und wenn wir zusammen sind, geht es um was Anderes, um den Spaß, den wir haben können.
Und was ist mit den drei Worten?
Es sind nicht: Ich liebe dich. Sondern: Bitte. Danke. Und: Entschuldigung.