Samstag, 5. Mai 2018

Wissen vs. Glauben | Podcast #3

The life... in front of my eyes


"Mein Gefühl sagt mir....
ich vertraue da auf mein Gefühl
vom Gefühl her.."


"..ich wußte es nicht besser.. 

wider besseren Wissens

Was weiß ich!"



Nach bestem Wissen und Gewissen ist vielleicht die beste, gängige Redewendung, um meinen neuesten Podcast zu betiteln, da sie die zwei Gegensätze aus denken und fühlen in einem Satz vereinigt. Außerdem ist mir bei der Recherche zu der Einleitung für diesen, meinen Monolog über Wissen versus (Aber-)Glauben erst klar geworden, wie viele dieser Wendungen ich doch in meinem Wortschatz habe; und wie viele davon wir dann wohl alle - fast unbewußt - tagtäglich benutzen... und genauso wie sich denken und fühlen im Sprachgebrauch vermischen, werden diese beiden doch sehr unterschiedlichen Fähigkeiten in unserer außersprachlichen Wirklichkeit (ein schönes Wortungetüm!) miteinander verquickt. Immer wieder, ohne das wir das noch jedes Mal aktiv bemerken würden, nutzen wir beide Fähigkeiten, um die Welt zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und zu Einstellungen zu gelangen.. zu mitunter ganz schön hartnäckigen Einstellungen: gefühlt unverrückbaren, sozusagen :)


Wissen vs. Glauben | Podacast #3



Das Nachwort zu diesem - vielleicht unerwarteten? - Podcast möchte ich unbedingt mit einem Zitat von Hank Green, einem Moderator der Web-Wissenssendung SciShow einleiten:

"...we're not about judgment, we're about science and we're using it to better understand the world."

Ob jemand sich auf seinen Kopf oder sein Herz verläßt ist weniger eine freie Entscheidung als ein Kraftakt; sich in Momenten ganz bewußt auf seinen Intellekt zu stützen statt auf sein Gefühl, ist ein Akt unendlich großer, vor allem auch emotionaler Stärke. Denn wer sich sicher und stark fühlt, kann ruhig und überlegt vorgehen und auch handeln. In Panik hingegen, verängstigt oder verunsichert, handeln wir alle wohl vor allem rein aus dem Bauch heraus, eben irrational.
Das ist ganz normal. Und ich kann und werde niemals jemandem vorwerfen, wenn er sich nicht dazu in der Lage fühlt (ja, fühlt!), ruhig und rational (also vom Verstand aus) zu handeln, weil er dazu eben nicht die emotionale Stärke besitzt... und da sind wir wieder am Anfang angekommen, der Kreis schließt sich. Es klingt komisch, aber nicht nur rein emotional zu handeln erfordert keine intellektuell überragenden Fähigkeiten, sondern vor allem emotionale Stärke. Und jemanden dazu aufzufordern, sich zusammenzureißen, bringt überhaupt nichts, wenn derjenige nicht dazu in der Lage ist. Und ich kann euch sagen; wenn derjenige dazu in der Lage wäre, würde er es von sich aus tun!!


"Anders als Bush aber stellte sich Obama niemals über andere, wenn er Witze machte. Das zeigte mir, wie groß sein Selbstvertrauen ist."


Es ging mir hier in diesem Podcast nicht um Bewertung: es geht mir niemals um Abwertung und schon gar nicht um Demütigung. Wenn ich etwas beschreibe, dann weil ich es beobachte (sieht jemand die Verbindung zum Titel meines Blogs?!), nicht weil ich mich zum Richter über jemanden aufschwingen möchte.. könnte ich ja auch gar nicht. 
Ich wollte viel eher ausdrücken wie sehr ich weiß, das es oft einen emotionalen Grund dafür gibt, wenn sich andere, von außen betrachtet, irrational verhalten.. seltsam. Für einen selbst unverständlich. 
Ich verstehe das sehr gut; Angst z.B. kann eine sehr große Triebfeder sein und motiviert in viel mehr Momenten unser Verhalten, als wir es vielleicht denken. Mal davon abgesehen, daß Angst mit am schwersten zu überwinden ist, nutzt es nichts und niemandem, wenn ich den Verängstigten dazu auffordere, das einfach sein zu lassen. Oder ihn noch für sein Gefühl beschäme.. Trost und Mutmachen sind die einzigen Mittel gegen Angst. 

Und das Wissen selbst (was wir uns zum Glück oft allein beschaffen können), kann ebenfalls ein wirksames Mittel gegen die Angst sein: 

"Er sieht all die Dinge, die ihm in der Nacht zuvor Angst eingejagt haben: den Tunnel mit den Märchenfiguren, die Achterbahn.. Bei Licht betrachtet erkennt er, dass seine Angst wie weggeblasen ist.."

Wahrheit vertreibt die Dunkelheit, sagt der Yogitee. Und ich sitz' eigentlich immer lieber in der Sonne 😊




Ihr wisst gar nicht, wie lange ich mit mir gehadert habe, dieses Hörstück zu veröffentlichen. Aber wenn ich sehr lange an einem Projekt sitze, weil die Bearbeitung nun mal etwas dauert und der Moment der Ideenfindung und der Moment der Veröffentlichung mehrere Tage auseinanderliegen, ja.. da komme ich oft ins Grübeln, ob ich es machen oder lassen sollte.
Bisher hab' ich immer durchgezogen, was ich anfangs für eine gute Idee hielt; ich habe bisher noch nie wirklich ein fertiges Projekt kurz vor knapp verworfen, auch WEIL dann bereits eine Menge Arbeit drinsteckte.. wie auch in diesem Podcast. Ich sage euch: sowas zu schneiden kann in eine ziemliche Plackerei ausarten, deswegen verspreche ich hier und heute, daß falls ich nochmal einen Podcast hochladen sollte, ich das Ganze von Anfang an etwas anders angehen werde - damit es zum einen angenehmer zum Zuhören wird und ich zum anderen später sagen kann "ich liefere das hier ab

nach bestem Wissen & Gewissen"






Mehr Lesestoff: → 

Unbewußtes Handeln vs. bewußtes Abwägen 
Verschwörungstheorien und psychologische Grundbedürfnisse 

♦ Warum haben wir Angst? auf planet-wissen.de
♦ Angst ist angeboren aus 'ach so! fragen - forschen - verstehen' auf BR alpha

SciShow: The Science of Anti-Vaccination  
♦ Und weil es so schön ist: eine filmische Umsetzung der Geschichte der Impfungen →  Charité Mini-Serie auf amazon (kein affiliate link)



1 Kommentar:

  1. Deine Argumentation zum emotinalen und rationalen Handeln kann ich sehr gut nachvollziehen. Vorallem der Faktor Angst als treibende Kraft, wenn es zum Beispiel um die eigenen Kinder - das eigene Fleisch und Blut - geht.

    Aber eigentlich ist das ein Thema - Impfungen und Krankheiten, gegen die es Impfungen gibt-, wo man nur auf rationaler, intelektueller Ebene diskutieren sollte.
    Alle reden immer nur von Nebenwirkungen der Impfung an sich und da meistens immer nur über die Eine: Autismus. Niemand macht sich darüber Gedanken wie schlimm die Auswirkungen für einen selbst oder ein anderes Individuum sind, wenn es mit der Krankheit infiziert ist, gegen die nicht geimpft wurde. Und erstrecht wird kein Gedanke darüber verschwendet was für Nebenwirkungen die Medikamente auslösen können, die man dann verabreichen muss um das betroffene Leben zu retten.
    Leider hat sich hier die politische Ordnung aus der Verantwortung genommen, gerade weil die Pharmaindustrien viel zu gut daran verdienen.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass das emotinale Handeln von Erwachsenen die Ihre Kinder nicht impfen lassen, zum einen egostisch ist - Gut, das kann man noch irgendwie mit guten Willen nachvollziehen, es geht ja um das eigene Kind! -. Aber zum anderen ist das auch ausgesprochen kurzsichtig. Lässt man sein Kind nicht impfen und es infiziert sich als Erwachsener mit einer entsprechenden Krankheit, können da die Folgen deutlich verherrender sein. Die meisten Kinderkrankheiten wie Masern oder Mumps sind für Erwachsene nähmlich ausgesprochen komplikationsreich bis tödlich.

    Viele liebe Grüße
    von einer nachdenklichen Jewel

    PS: Danke für den Denkanstoß zum Samstag :o)

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